See und Mehr > Der Einfelder See > Sauber - Sicher - Baden (SaSiBa.de)

Um 1900 war der Einfelder See nur die Viehtränke des Dorfes und der Waschplatz der Fuhrwerke. Aber mit der Errichtung der Bahnstrecke Altona-Kiel und eines Bahnhofes gab es eine Umkehr zum "Seebad Einfeld". Im Jahr 1905 sprach man von mehr als 600 Personen, die das erfrischende Nass im Sommer täglich besuchten. (siehe auch "Zeitungsartikel 1912") Die Nutzung des Sees als Naherholungsgebiet war vor und zwischen den Weltkriegen sowie in den ersten Jahren nach 1945 bedeutend stärker als heute.
Neben der 800m langen Badestelle am Ostufer (Schanze) gibt es zwei weitere, kleine Strandbereiche in Einfeld. Diese sind am Minigolf-Platz und in der Dorfbucht. An der Schanze haben die Mitglieder der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ihre Wache. Dort in der Nähe ist auch das Volleyball-Feld und der Grillplatz sowie eins der Toilettenhäuser zu finden.
Obwohl die Zahl der Besucher sinkt, im Jahr 2000 waren es 400 und 2010 zählte man ca. 200 täglich, wurde von den Besuchern mehr und mehr Unrat hinterlassen. Abfall in Form von leeren Flaschen, Scherben und Plastikbecher und -tüten waren immer häufiger zu finden. Die Müllberge an den Badestellen wuchsen und werktäglich säuberten vier bis fünf Mitarbeiter vom Technischen Betriebszentrum (TBZ) den Abschnitt. Nach besonderen Veranstaltungen wurde und wird dieses auch am Wochenende durchgeführt.
Um den Badegästen einen "sauberen" Strand bieten zu können, wurden und werden etliche Maßnahmen vom TBZ getroffen. So wurde als Beispiel im Mai 1971 fünf Wochen lang der Strandabschnitt an der Schanze hergerichtet. Im Jahr 1998 wurden die Büsche gestutzt, um dem ganzen Müll Herr zu werden. Mittlerweile ist auch ein großer Müllcontainer in der Nähe des Grillplatzes zu finden. In einem Bio-Projekt "Einfelder See" der Alexander-von-Humboldt-Schule berichten Miriam und Jennifer von der Auffälligkeit, dass rund um den See genügend Mülleimer stehen, sodass der Umweltverschmutzung vorgebeugt werden kann.
Ende jeden Jahres säubern die Angelvereine die Strandbereiche, aber auch mehr. Im Sinne von Sauber-Sicher-Baden (SaSiBa) holte im Juni 2017 die Stadtverwaltung eine Fachfirma aus Hamburg an den See. Die Mitarbeiter saugten an drei Tagen fast den gesamten Strandbereich ab und filterten so Scherben, Kronkorken, Angelhaken, Metallverschlüsse und sogar Munitionsteile aus dem See. Neben einer Münze aus dem Jahr 1920 war auch ein Flusskrebs dabei. Bei seiner Freilassung bedankte sich dieser mit einem kurzen Kneifer und wurde mit einem lautem "Aua" verabschiedet.

Quellen: (1.) Holsteinischer Courier vom 19.07.1905 // Juli 1906 // 01.08.2006 // 20.08.2009 // 24.07.2010 // 15.06.2017 (2.) Kieler Nachrichten vom 22.07.2010 // 16.06.2017 (3.) LANU S-H "Seenkurzprogramm 1999/2000" (4.) Bio-Projekt "Einfelder See" der A-H-S durchgeführt von Miriam und Jennifer
Mit Kind und Kegel an den Einfelder See im August 1962. (Foto: Freudenhammer)
Der Strandabschnitt am Minigolf-Platz mit einem DLRG-Wachturm.

Dicht gedrängt liegen die Gäste Einfelder See im Mai 1963. (Foto: Freudenhammer)
Zwei Mitarbeiter der Fachfirma SASIBA aus Hamburg mit dem "Wasserstaubsauger".
Noch nicht alles bearbeitet, doch schon reichlich Beute gemacht.
Ein Highlight der Fundstücke war das 50 Pfennig-Stück von 1920.