Handel und Gewerbe ab 1945

Zur Entwicklung von Handel und Gewerbe ab 1945 wird Bruno Feldmann, Leiter des Hauptamtes, zitiert. Dieser Bericht wurde veröffentlicht im "Mitteilungsblatt Nr. 17 anno 1969 für die Gemeinde Einfeld" und wird hier in Auszügen wiedergegeben.

Nach den letzten Erhebungen der Gemeindeverwaltung sind in der Gemeinde Einfeld 840 Arbeitnehmer in gewerblichen Betrieben beschäftigt. Im Mai 1965 waren es nur 645 Arbeitnehmer. Diese Zahlen beweisen, daß innerhalb weniger Jahre die Zahl der Arbeitsplätze um rd. 200 zugenommen hat. Hierbei ist zu bedenken, daß die Schaffung eines Arbeitsplatzes durchschnittlich 7.000,- bis 8.000,- DM kostet.

Mit diesen Zahlen wird aber auch nachgewiesen, daß von der Gemeindevertretung und von der Verwaltung rechtzeitig alle Maßnahmen für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung in unserer Gemeinde getroffen wurden. Hierzu gehört sowohl die Hilfe für ortsansässige Betriebe wie aüch für Neuansiedlungen. Bei den Neuansiedlungen wurde besonders auf die unterschiedliche Konjunkturanfälligkeit geachtet, damit die Gemeinde nicht von ein oder zwei Wirtschaftszweigen abhängig wird. Grundsätzlich ist zu sagen, daß durch die Schaffung von krisenfesten Arbeitsplätzen nicht nur die Hebung der eigenen Steuerkraft erreicht werden soll, sondern gleichzeitig auch für die Auspendler eine Möglichkeit, in Einfeld einen Arbeitsplatz zu bekommen. Für alle Berufstätigen wird das zweifellos nie gelingen. Hieran ist auch nicht gedacht. Bei vielen Gelegenheiten wurde von Bürgermeister Fuhlendorf darauf hingewiesen, daß Einfeld keine Industriegemeinde, sondern eine Wohngemeinde mit Industrie werden möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, haben Gemeindevertretung und -verwaltung große Anstrengungen gemacht. Die Infrastruktur der Gemeinde wurde wesentlich verbessert. Hierdurch wurde auch ein außergewöhnlich hoher Wohnwert erreicht. Es gibt nur wenig Gemeinden mit höherem Wohnwert in Schleswig-Holstein als Einfeld. Dazu haben die Anstrengungen der Gemeinde, des Kreises und des Landes beigetragen. Der Freizeitwert der Gemeinde Einfeld wird verstärkt durch die reizvolle unmittelbare Umgebung, durch die Bemühungen um eine Erhaltung und Verschönerung des Bildes der Gemeinde und durch die Nähe der Ostsee. Die Folge hiervon war ein schnelles Ansteigen der Einwohnerzahl, verbunden mit einem erheblich über dem Landesdurchschnitt liegenden Wohnungsneubau.

Um diese Entwicklung in sinnvolle Bahnen zu lenken wurde schon vor Jahren ein Aufbauplan für die Gemeinde beschlossen, außerdem sind acht Bebauungspläne aufgestellt worden. Seit Anfang des Jahres ist ein Kieler Planungsbüro nunmehr mit der Ausarbeitung eines Flächennutzungsplanes beschäftigt. Im Entwurf des Flächennutzungsplanes werden 52,9 ha als Gewerbegebiet ausgewiesen. Davon sind rd. 25 ha bereits von Industrie- und Gewerbebetrieben genutzt. Alle Maßnahmen für die bauliche Nutzung der augewiesenen Grundstücke wurden inzwischen vorgenommen. Zu diesen Aufschließungsarbeiten gehören die ausreichende Versorgung mit Wasser, die Abnahme von Schmutzwasser, die Errichtung eines Transformatorenhauses, der Ausbau der Straßen und der Straßenbeleuchtung. Gleichzeitig mit den Aufschließungsarbeiten war die Gemeinde bemüht, Betriebe für diese Gebiete zu interessieren und bei den Ankaufsverhandlungen Hilfestellung zu leisten. Die Gemeinde beteiligte sich außerdem an mehreren großen Werbeaktionen. Die Arbeiten zeigten schon recht gute Erfolge. In der Industriestraße, der Rudolf-Diesel-Straße, am Hüttenkamp und am Roschdohler Weg siedelten sich mehrere auswärtige Betriebe an. Hierdurch wurden nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die seit Jahren ortsansässigen leistungsfähigen Betriebe befruchtet. Gleichzeitig konnte damit die Wirtschaftskraft des Raumes Mittelholstein verstärkt werden. Angespornt durch die bisherigen Erfolge wird die Gemeinde weiterhin bemüht sein, neue Industrie- und Gewerbebetriebe in Einfeld anzusiedeln. Bürger und Firmen, die über entsprechende Verbindungen verfügen, insbesondere Ansiedlungswünsche auswärtiger Unternehmen wissen, können bei dieser Aufgabe mithelfen. Geben Sie der Gemeindeverwaltung zutreffendenfalls Mitteilung. Wir werden gerne jeden Hinweis aufgreifen.



Der hier abgebildete "vereinfachte Flächennutzungsplan" der Gemeinde Einfeld ist den "Einfelder Notizen - Sonderausgabe zur 825 Jahr-Feier" aus dem Jahr 1969 entnommen worden. (Klick-Bild)

Ab 1954 wurde bei "Kaiser Motoren" in Einfeld produziert. Das Werk liegt im Gewerbegiet an der Kieler Straße.
(Foto: Freudenhammer)
 

So warb die Gemeinde Einfeld in den "Einfelder Notizen - Sonderausgabe zur 825 Jahr-Feier" aus dem Jahr 1969. (Klick-Bild)

Von Anfang an war die Bahnanbindung durch den Einfelder Bahnhof ein Plus für die ortsansässigen Betriebe und Firmen.  (Foto: Freudenhammer)