Einfelder Sehpunkte am Wanderweg


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um Wanderweg um den Einfelder See wird Hermannus Müller mit dem Thema "Rund um den Einfelder See" zitiert. Dieser Bericht wurde veröffentlicht in der Festschrift zur Einweihung der Mehrzweckhalle am 24. August 1956 mit dem Titel "Einfeld. Vom Bauernhof zur Großgemeinde" und wird hier in Auszügen wiedergegeben. Zusätzlich finden Sie in der Bildergalerie (Klick) einen Rundgang um den See. Noch ein wichtiger Hinweis: Auf dem Rundwanderweg ist das Rad fahren erlaubt, Fußgänger haben aber Vorrang! Reiten auf dem knapp 8 km (7,73 km lt. GPS-Messung) langen Rundwanderweg ist untersagt.
"Die Lage unseres Ortes zwischen dem buckligen Ostholstein und dem hohen Geestrücken Mittelholsteins bedingt eine landschaftliche Vielgestaltigkeit, der man sich zumeist gar nicht bewusst ist. Das Dosenmoor reicht direkt bis an den Ortsrand, der Einfelder Wald und das Wattenbeker Gehölz sind auf Spaziergängen in kurzer Zeit erreichbar, Feldwege, von hohen Knicks eingesäumt, führen nach allen Richtungen in die Einfelder Gemarkung. 

Mittelpunkt der Landschaft aber ist der See. In hohem Maße bestimmt er den Charakter unseres Dorfes, und mehr oder weniger bestimmt er den Rhythmus unseres Lebens. Nur mit einem gewissen Widerstreben ordnen wir deshalb unser Einfeld einem Kreis, einem Landesteil, einer Postleitzahl zu: Einfeld am See, so denken wir, so möchten wir auch postalisch unseren Ort festlegen. Wir sind jedoch bescheiden genug, um nicht zu vergessen, dass der Einfelder See für die Menschen außerhalb unseres engeren Heimatbereichs ein See schlechthin ist, den man durch überschwengliche Attribute nicht vor anderen auszeichnet. 

Eben deshalb aber ist er „unser“ geblieben, ganz zugehörig zum Dorf. Und dennoch: wie mancher, der dem Dorf selbst keine besonderen Reize abgewinnen kann, ist überrascht von der ursprünglichen Schönheit des Sees. Menschen, getrieben von der Hast und Unruhe der Zeit, lösen den Fuß vom Gaspedal, wenn von der Höhe der Einfelder Schanze das Panorama des Einfelder Sees sich ihnen darbietet. Tausende, die im Strom des Verkehrs vorüberfluten, nehmen, für Augenblicke die Hast vergessend, dieses Bild in sich auf, ein Bild, das, wechselnd mit dem wandernden Tag, in immer neuen Farbkompositionen aufleuchtet. 

Dem flüchtigen Beschauer aber bleiben die intimen Schönheiten des Einfelder Sees vorenthalten. Diese drängen sich nicht auf, sie wollen entdeckt sein. Man gehe einmal rund um den See. Wenn man nicht den Ehrgeiz hat, den Weg in eineinhalbstündiger Wanderung zurückzulegen, so wird das Auge immer wieder neue Motive finden, die zum Verweilen veranlassen: das einladende Tannenwäldchen an der Südostecke, der Weg entlang der Schanze zum hochgelegenen Parkplatz, der Blick durch die kleinen Scheiben der dorfhistorischen Gaststätte „Zur alten Schanze“, der sich im hohen Buschwerk fast verlierende Spazierweg, die schilfumstandenen Buchten, die freundlichen Sommerhäuschen hart an der Straße, Mühbrook auf halbem Wege. 

Reizvoller noch ist für manchen der Weg entlang dem Westufer, der von Mühbrook aus, immer hart am Ufer bleibend, zunächst über einige Weiden führt, dann als schmaler Fußweg sich zwischen Wald und Wasser entlangwindet, im Vogelschutzgebiet ganz verschwiegen wird und schließlich, vorbei an der Margarethen-Schanze, bei dem Ausfluss der Aalbek in die Uferstraße einmündet. Diese erhält ihr besonderes Gepräge durch die hohen windschiefen Pappeln, die in jedem Augenblick umzufallen scheinen. Der idyllischste Platz am ganzen See aber ist die Dorfbucht. Umrahmt von alten Bauernhäusern bietet sie zu jeder Jahreszeit ein Bild von ungewöhnlichem Reiz, und nicht von ungefähr kommt es, dass hier der Lieblingsplatz der Maler ist. Während der Zeit der sommerlichen Hitze wird der See zum Bade- und Plantschbecken für eine ganze Stadt. 

Vom Tannenwäldchen bis über die Einfelder Schanze hinaus herrscht dann ein buntes Strandleben. Tausende von sonnenhungrigen Menschen suchen für einige Stunden Erholung. Dann ist auch die hohe Zeit der „Seefahrer“ gekommen: weiß leuchten die geblähten Segel in der Sonne, Ruder- und Paddelboote wandern wie bewegliche Punkte über die Wasserfläche, während die Angler Stunde um Stunde in den geteerten Fischerbooten an einer windgeschützten Stelle ihrem Sport nachgehen. 

Erst mit dem sinkenden Abend wird es an solchen Tagen still, wenn drüben am Bootshaus das letzte Segel eingezogen wird, wenn am Schilfrand die Bleßhühner geschäftig sind, die Wildenten gelassen rudernd dem seichten Ufer zustreben und die Haubentaucher unablässig nach Nahrung tauchen, dazu das Abendlicht sein Gold ausgießt, dann ist die köstlichste Stunde des Tages gekommen. Wer aber wirklich mit dem See verwachsen ist, wer mit ihm auf du und du steht, der liebt ihn nicht weniger, wenn die Herbststürme den Wellen weiße Köpfe aufsetzen und sie klatschend gegen Steg und Ufer werfen. 

In steigendem Maße suchen in den letzten Jahren Menschen, die stadtmüde geworden sind, in Seenähe ihr Zuhause, und vielleicht ist schon in absehbarer Zeit jeder bebaubare Fleck für Wohnzwecke vergeben. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange das Gesamtbild nicht verfälscht wird. Denn wir möchten, dass auch in der Zukunft der ursprunghafte und naturgewollte Zustand des Einfelder Sees erhalten bleibt."


Rund um den Einfelder See sind einige "Punkte" eingerichtet, die interessante Geschichten erzählen.


Der knapp 8 km (7,73 km) lange Weg um den See wurde im Sommer 2009 verbreitert und ist zu allen Jahreszeiten sehr facettenreich.

Mit ein wenig Kenntnis der historischen Gegebenheiten, die eine Natur- oder Kulturlandschaft geprägt haben, wird man diese Landschaft in einem anderen Licht sehen. 
In diesem Sinne möchte Neumünster 20 „Sehpunkte“ rund um den Einfelder See zeigen und damit den See mit seinen Dörfern in einen natur- und kultur-historischen Zusammenhang stellen. 
Der ca. 8 km  Rundwanderweg um den See führt an der Nordspitze des Sees durch das idyllische Dorf Mühbrook und an der Südspitze durch den Neumünsteraner Stadtteil Einfeld. Hier stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, wenn man über die Landstraße Neumünster-Kiel anreist. 
Auch über die Bahnstation Einfeld mit der Deutschen Bahn AG, Haltestellen der Autokraft und des ÖPNV Neumünsters ist der Einfelder See zu erreichen. 
Der Seerundweg ist auch gut für Fahrradfahrer geeignet und kann zu Wandertouren in das  Dosenmoor ausgeweitet werden. 
An verschiedenen Stellen bieten sich gute Möglichkeiten zur Rast in der Natur und Gelegenheiten zur Einkehr in unmittelbarer Seenähe.
Die Stadt Neumünster hat eine Broschüre herausgegeben. 
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www.neumuenster.de