Das soziale Netzwerk in Einfeld

Wenn wir das Wort Netzwerk hören oder lesen, dann wird meist an das digitale Netzwerk im Hause oder in der Welt gedacht. Was hier angesprochen wird, ist das Netzwerk, das Google wie folgt umschreibt: „eine organisierte Gruppe von Personen mit gleichen Interessen, die sich gegenseitig unterstützen, indem sie sich z. B. mit Informationen versorgen.“ Und in Einfeld gibt es von je her ein solches, soziales Netzwerk, sogar ein gutes.

Aus diesem Netzwerk heraus entstand im Jahr 2007 ein Runder Tisch, bestehend aus Vertretern des Stadtteilbeirates, der Polizei, der Ev.-Luth. Kirchengemeinde, dem Turn- und Sportverein sowie der Stadt Neumünster vertreten durch das hiesige Jugendfreizeitheim. Die Gruppe hatte sich gesondert mit dem Thema „Jugend in Einfeld“ zu beschäftigen. Kinder und Jugendlichen waren an besonderen Vorfällen beteiligt und es mussten Lösungen gefunden und Schritte eingeleitet werden.

Während einer Diskussionsrunde am 16.03.2007 im Gemeindehaus in der Dorfstraße brachte es der damaliger Rektor Jens Kay auf den Punkt: „Solange die Kinder beschäftigt sind, fallen sie kaum auf. Problematisch sind die Stunden nach dem Unterricht und die Wochenenden, wenn Freizeitangebote fehlen.“ So wurde von den Mitgliedern des Runden Tisches Mitte Juli 2007 das Human Table Soccer Turnier zum Ferienbeginn durchgeführt. Bis zum Jahr 2015 wurde es regelmäßig organisiert.

„Der Stadtteil Einfeld besteht aus einem alten gewachsenen Dorfkern und einem stetig wachsenden neuen Einfeld in Stadtrandlage. Daraus ergibt sich die eigene Identität dieses Stadtteils. Hier leben Menschen aller sozialen Schichten, viele junge Familien und allein erziehende Elternteile. Die große Entfernung zum Stadtkern bedingt, dass in der Innenstadt vorgehaltene Angebote nicht angenommen werden können oder wollen.“ So brachte es die damalige Leiterin der Einfelder Kita, Annemarie Hillbrand, in ihrer Kurzkonzeption für ein Familienzentrum im Jahr 2008 auf den Punkt.

Im Jahr 2009 wurde die Kita im Bollbrück Familienzentrum mit einer eingesetzten Koordinatorin und gesonderten Räumlichkeiten, um Eltern vielfältige Beratungs- und Hilfsangebote zu machen. Dazu wurde im Vorwege aus dem Runden Tisch heraus die Startergruppe zusammengesetzt. Die Aufgabe der Gruppe war und ist es, erarbeitete Konzepte in die Praxis umzusetzen. So entstanden in der Vergangenheit Projekte wie die „Montagsbratwurst“, das „Elterncafe“ oder auch eine besondere Spielplatzaktion der Kita.

Leider war das Projekt Familienzentrum bis zum 31. Juli 2010 befristet und die Finanzierung der Koordinatorin wurde damit eingestellt. Nach großen Proteste in der gesamten Stadt war aber Ende 2011 im Doppelhaushalt wieder Gelder für die Koordinationsstelle bei der Kita bereitgestellt worden. So konnte weiter niederschwellig Hilfe und Unterstützung für Familien in Einrichtungen wohnraumnah geboten werden und die Vernetzung und die Kommunikation in Einfeld generationsübergreifend unterstützt werden.

Im Jahr 2016 fehlte im Angebot das Riesenkicker-Turnier zum Ferienbeginn. Jedoch waren etliche Angebote im Zeitraum der Sommerferien zu finden. Das Einfelder Jugendfreizeitheim bot in den ersten zwei Wochen die Spielplatzaktion am Flaadenweg an. In der dritten Woche war ein weiteres Angebot direkt am Einfelder See organisiert. Bei der Initiative EIKA (Einfeld für Kinder aktiv) standen parallel dazu das „Trommel-Projekt“ und der „Schwimmkursus im Einfelder See“ auf dem Programm.

Ende der Sommerferien 2016 wurde erstmalig eine Projektwoche zusammengestellt, bei der die Koordinatorin der Kita und die Diakonin der Ev.-Luth. Kirchengemeinde gemeinsam gearbeitet haben. Ein Einzel-Projekt, als Beispiel, wurde von den Einfelder Polizisten didaktisch aufgearbeitet und hatte etwas mit Fahrrad fahren und Straßenverkehr zu tun.

Zusätzlich zu allem können die Kinder und Jugendlichen auch zu Ferienangebote des JVN (Jugendverband Neumünster) greifen. Im JVN sind die Einfelder Wassersportvereine organisiert, die in den Sommerferien besondere Angebote haben. Diese Angebote sind im Internet unter neumuenster.feripro.de zu finden.

Besonders beim Riesenkicker-Turnier sieht man, wie das Netzwerk bzw. der Runde Tisch auf veränderte Gegebenheiten in Einfeld gut reagiert. Nach zehn Jahren sind die damaligen Jugendlichen erwachsen und andere Angebote sind nötig und möglich geworden.

Quellen: (1.) Suchmaschine Google über Stichwort „Netzwerk“ unter www.google.de (2.) Wochenanzeiger vom 16.03. und 18.07.2007 (3.) Holsteinischer Courier vom 17.03.07 // 02.10.08 // 23.04.09 (4.) Entwurf „Kurzkonzeption für ein Familienzentrum in Einfeld“ von Annemarie Hillbrand Stand 27.02.2008 unter www.neumuenster.de (5.) Doppelhaushalt 2012/13 der Stadt Neumünster (6.) Internetseite der Initiative „Einfeld für Kinder aktiv“ (EIKA) unter www.eika-online.de (7.) Ferienprogramm JVN unter www.neumuenster.feripro.de

Heiße Diskussion mit knapp 100 Besuchern im Gemeindehaus Dorfstraße nach Ankündigung der Veranstaltung im Wochenanzeiger. (Klick-Bild)


Diese Projektgruppe "Familienzentrum Einfeld" (kurz Startergruppe genannt) legte schon im Vorwege den Grundstein für das Familienzentrum. DIe meisten der Mitglieder gehörten dem Einfelder "Runden Tisch" an und waren von den Einrichtungen in Einfeld, wie Kindertagesstätte,  Jugendfreizeitheim,  Turn- und Sportverein, Polizeistation und Ev.-Luth. Kirchengemeinde.


Die damalige Koordinatorin Sabine Beckmann-Gibbisch zeigte Eltern und Kindern Möglichkeiten der Bewegung auf Spielplätzen.


Das Einfelder Netzwerk veröffentlichte den Flyer "Häusliche Gewalt" mit möglichen Kontakten und Anschriften. (pdf-Datei hinterlegt)


Beim "Elterncafé" trafen sich Mütter und Väter in den Räumlichkeiten der Kita Einfeld und kamen ins Gespräch mit Vertretern der Kita.